Plädoyer für den Podenco

Der Podenco – zugegeben ein Hund, den sich nicht jeder Hundefreund zutraut.
Aus diesem Grund haben es viele dieser faszinierenden Hunde nicht einfach, ein schönes Zuhause zu finden, nachdem sie in Spanien von ihrem Jäger aussortiert wurden. Sie wurden für die Kaninchenjagd gezüchtet – etwas, das viele von ihnen perfekt beherrschen. In dem Falle bleiben sie bei ihrem Jäger, solange sie jung und ausdauernd sind. Ein schönes Leben haben die Wenigsten von ihnen: Kein warmes, weiches Schlafplätzchen, keine regelmäßigen Mahlzeiten, keine liebevolle Zuwendung. Sie sind halt Arbeitstiere, die Leistungen bringen müssen. Tun sie das nicht, verliert der Jäger schnell das Interesse an ihnen. So kommen viele Podencos in die Tötung oder werden ausgesetzt, was ganz besonders schlimm ist für diese wunderschönen, sensiblen, fast katzengleichen Geschöpfe.

Wer sich nun für so einen grazilen, eleganten Begleiter interessiert, sollte einiges über die Rasse wissen. Da die Podencos autarke Jagd- und Laufhunde sind, liegt das Jagen und Stöbern bereits in ihren Genen und natürlich verlieren sie nie das Interesse an Wildtieren, die vor ihnen fliehen, denn jahrelang war die Jagd ihr Lebensinhalt und hat ihnen das Überleben, das Versorgtwerden gesichert.

Nun kommt ein solcher Hund nach Deutschland und bekommt plötzlich vermittelt, dass es unerwünscht ist, wenn er jagt, was er natürlich erstmal nicht umsetzen kann. Aus diesem Grund ist es wichtig, insbesondere den Podenco zu seiner eigenen Sicherheit vorerst ausschließlich an einem Sicherheitsgeschirr zu führen, denn würde er Wild sichten, würde er durchstarten und es verfolgen, was hierzulande natürlich verboten ist.

Man sollte sich als Podenco-Interessent also vor der Adoption fragen, ob man sich darauf einlassen kann, seinen Hund unter Umständen lebenslang an der Schleppleine zu führen. Wir sagen hier betont „unter Umständen“, denn es gibt durchaus auch Vertreter dieser Rasse, die nach einiger Zeit im neuem Heim bei guter Bindung an ihre Menschen in wildarmen Gebieten abgeleint werden können. Manchmal funktioniert es auch, den Jagdtrieb umzulenken, z.B. mit Fährtenarbeit. Dies muss sorgsam trainiert werden, führt aber nicht bei jedem Podenco zum Erfolg.

Jetzt könnte man meinen, so ein Jagdhund sei immer nur anstrengend. Nein, weit gefehlt! Podencos sind wahre Clowns, mit ihnen wird es nie langweilig. Sie sind intelligent, verspielt, albern und überaus sozial. Sie lieben es, auf dem Sofa zu liegen, sind ruhig im Haus und tatsächlich ein wenig vergleichbar mit Katzen. Wie diese hassen sie laute Töne, Strenge und Drill. Sie sind bereit zu lernen und sich auf ihre Menschen einzulassen, wenn man sie einfühlsam und respektvoll behandelt.

Möchte man mit seinem Podenco eine Hundeschule aufsuchen, sollte diese podencoerfahren sein, denn diese Hunde werden nie blind gehorchen. Sie lernen mit Hingabe, was ihnen Spaß macht und sinnvoll erscheint. Sie genießen schmeichelndes Lob und eine leckere Belohnung. Grobe Trainingsmethoden würden die Bindung und das Vertrauen zu ihrem Menschen nachhaltig zerstören.

Das größte Glück eines Podencos ist es, stöbern, buddeln, wittern und auch mal richtig flitzen zu dürfen. Hierfür gibt es vielerorts geeignete, hoch eingezäunte Hundeausläufe, denn Sicherheit ist immer oberstes Gebot.


Wer einmal das Herz eines Podencos erobert hat, hat den schmusigsten und kuscheligsten Hund, den man sich vorstellen kann. Ein Hund voller Gegensätze: Draußen bewegungsfreudig, gerne selbständig und auf der Pirsch, drinnen anhänglich und liebevoll.

Entgegen der landläufigen Meinung sind viele Podencos übrigens durchaus katzenverträglich bzw. in der Lage, nach einiger Zeit und Eingewöhnung Katzen als Rudelmitglieder zu akzeptieren. Außerdem leben die meisten Podencos sehr gerne in Gesellschaft anderer Podencos.

Wenn Sie nun neugierig geworden sind, vielleicht sogar denken, dass ein solcher Hund zu Ihnen passen könnte, dann beraten wir Sie gerne umfassend und stehen Ihnen natürlich auch nach der Adoption jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.